
Karlsruher SV – SG Fackel Olympia Karlsruhe 5:1 (2:1)
30.Spieltag am 01.06.2025
KSV mit versöhnlichem Abschluss in die Sommerpause
Der Karlsruher SV beendete seine Niederlagenserie mit einem verdienten Dreier gegen die nun endgültig als Absteiger feststehende Spielgemeinschaft vom Adenauerring. Im ersten Abschnitt drehten die Jungs vom TB-Sportpark den frühen Rückstand dank eines Doppelpacks innerhalb von zwei Minuten noch äußerst mühsam zur Halbzeitführung. Danach gestalteten sie die Partie gegen die zunehmend nachlassenden Gäste dann überlegener, wenngleich man über die weiterhin zu wenig reduzierte Fehlerhaftigkeit getrost den Mantel des Schweigens ausbreiten darf. Immerhin versprühten sie durchaus einige Male auch Beifall haschenden Glanz in der Hütte. Mitte des zweiten Teils war die Begegnung dann praktisch auch entschieden, auch wenn den vereinigten Fackelanern noch zwei gute Torgelegenheiten gegönnt wurden.
Die frühe Gästeführung dürfte einigen Zuschauern persönlich entgangen sein. Die Nacherzählung des Zustandekommens erwies sich indes als wenig kompliziert. Der ewige Klassiker der Missgeschicke hatte die Truppe von Christian Stumpf nicht zum ersten Mal in der Rückrunde heimgesucht. Den vermurksten Rückpass in den Lauf von Abdulkadir Akdag verarbeitete der Routinier dann auch clever und überlegt zum 0:1 (2.). Danach tat sich auf beiden Seiten lange Zeit nichts Aufregendes. Lediglich als Randnotiz gehen der Freistoß von Akdag (28., über den Querbalken), der vom KSV-Keeper in Empfang genommene Heber von Keti Rozhman (31.) und auf der anderen Seite der ungenaue Abschluss von Michel Deuß (34.) durch. Eine Einzelaktion von Hassan Hout läutete dann aber die Wende ein. In die Mitte gedribbelt bediente er Luca Tobehn, der mit einem diagonalen Flachschuss Goalie Viktor Weigel zum 1:1 überwinden konnte (36.). Sekunden später waren die beiden Akteure Wegbereiter der KSV-Führung. Bei Houts aus dem Mittelfeld in den Strafraum getretenen Freistoß reagierte Tobehn am schnellsten und spitzelte die Kugel über Weigel hinweg zum 2:1 ins Netz (37.). Mit dieser effizienten Chancenverwertung begaben sich die Teams in die Pause.
Sicherlich wegen der zu diesem Zeitpunkt zumindest noch theoretisch bestehenden Möglichkeit, den Abstieg durch Erreichen des Relegationsplatzes verhindern zu können, startete die Truppe des mitspielenden Interimscoaches Steven Welke mit einem Dreifachwechsel in die zweite Hälfte. Und der junge David Matei prüfte sogleich auch Christian Becker im KSV-Tor, der aber sicher nach unten abtauchte (50.). Beim anschließenden Gegenangriff des KSV klärte Weigel den allerdings weitaus gefährlicheren Abschluss von Tobehn (51.). Wenig später klaute sich Hout im gegnerischen Strafraum den Ball und bediente mit einem gescheiten Querpass den mitgelaufenen Lukas Eckert, der die Vorlage problemlos mit seinem 21. Saisontor zum 3:1 verwandelte (53.). Die SG versuchte mit einem guten Offensivvortrag über die linke Seite sofort den Anschluss zu erzielen. Die Hereingabe kam bei Welkes Kopfball am zweiten Pfosten aber nicht platziert genug, um für Gefahr sorgen zu können (56.). Die folgende Viertelstunde stand dann aber klar im Zeichen der Hausherren. Als Eckert prima freigespielt wurde, fehlte die nötige Konzentration, um aus drei Metern zum Erfolg zu kommen (61.). Die Devise „Abhaken und Weitermachen“ bewährte sich dann wenig später, als er im 16-er regelwidrig attackiert wurde. Generös verzichtend überließ der Standardschütze das Strafstoßszenarium Jan Hunfeld, der das Vertrauen mit dem sicher verwandelten Elfer zum 4:1 auch souverän zurück zahlte (65.). Schon bei der nächsten Standardsituation schrieb sich auch der zweite Innenverteidiger in die Torschützenliste ein. Ob der Eckball von Fahrettin Boran in dieser Flachheit tatsächlich so geplant war, wurde nicht nachgefragt. Auf alle Fälle zeigte Philipp Werner einen selten sehenswerten Flugkopfball in Hüfthöhe, der die Kugel ins lange Eck zum 5:1 gleiten ließ (70.). Es spricht für die Gäste, dass sie trotz dieses bitteren Rückstands sich weiter bemühten und sich Chancen erarbeiteten. So flog ein Kopfball von Rozhman knapp vorbei (73.) und nach einer feinen Einzelaktion hatte er mit einem Pfostenschuss Pech (83.). Die Restminuten der Saison brachten den Nordsternlern noch zwei Gelegenheiten, als Borans Direktabnahme einer Tobehn-Flanke noch geblockt wurde (84.) und die Bogenlampe von Malte Oldemeier knapp über dem Torwinkel herunter fiel (85.). Oldemeier sorgte dann auch mit einer begeistert aufgenommenen Dribbeleinlage für das letzte Saisonhighlight, welches mangels abschließender Passgenauigkeit dennoch unvollendet blieb (88.).
Am Ende war es ein freudig aufgenommener Saisonabschluss, der die KSV-ler noch auf den 4. Tabellenrang hievte. Applaus, Applaus. Für die olympische Fackel dagegen zeichnete sich freilich ein anderes Bild ab. Der Gang in die B-Klasse wäre auch mit einem Sieg am letzten Spieltag nicht zu verhindern gewesen. Das ist bitter, aber nicht irreparabel.
Man sieht sich (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV)
Karlsruher SV: Christian Elias Becker, Jonas Klodwig, Christoph Helfenritter, Luca Tobehn (88. Christian Studinsky), Jan Hunfeld, Philipp Werner (89. Jonas Kubiak), Robin Tom Schempf (70. Malte Oldemeier), Tim Hamm, Michel Deuß (62. Fahrettin Boran), Hassan Hout (82. Jan Hoffmann), Lukas Eckert – Trainer: Christian Stumpf
SG Fackel Olympia Karlsruhe: Viktor Weigel, Pascal Gruseck, Steven Welke, Konstantin Apacidi, Albert Muth (46. David Matei), Pavlo Semioshko, Marcel Kutterer (70. Rocco Velardi), Rocco Velardi, Martin Muth, Abdulkadir Akdag, Mohamed Ben M’Bark
Rolf Göpferich(SV Sternenfels)
81
0:1 Abdulkadir Akdag (2.) 1:1 Luca Tobehn (36.) 2:1 Luca Tobehn (37.) 3:1 Lukas Eckert (53.) 4:1 Jan Hunfeld (65. Foulelfmeter) 5:1 Philipp Werner (70.)
Autor: Hans-Dieter
01.06.2025
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